Ein Paar Fußballstiefel, die am Rückspiegel des Chauffeurs baumelten, waren der Beginn eines dänischen Firmenmärchens. Christian Helmer Jørgensen war auf Geschäftsreise in Österreich, und als er sich nach den Fußballstiefeln erkundigte, bekam er zur Antwort, sie wären von … adidas.
Christian Helmer Jørgensen wurde zum Vertreter von adidas in Dänemark und trug auf diese Weise dazu bei, die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Deutschland und Dänemark nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufzunehmen. Dies geschah aufgrund einer Lebensphilosophie, die auf intensiven persönlichen Erfahrungen beruhte.
Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen in den 1920er Jahren und während der Krise in den 1930er Jahren auf, war als Polizist während der Besetzung Dänemarks von der Deportation der dänischen Polizei betroffen, kam in deutsche Konzentrationslager und erlebte die Rettungsaktion durch die Weißen Busse. Rückblickend waren humanitäre Arbeit, Frieden und internationales Verständnis für ihn die einzig sinnvolle Schlussfolgerung.
Christian Helmer Jørgensens Vertretung für adidas war eine der ersten Firmen in Dänemark, die nach dem Krieg in dänisch-deutscher Kooperation aufgebaut wurden, und dieser Geist lebt im Sportgoodsfonden (Der Sportartikelfonds) weiter, der 1981 von Christian Helmer Jørgensen und seiner Ehefrau Inge Jørgensen gestiftet wurde.
Zwei Menschen, die ihren Erfolg nicht geschenkt bekamen, sondern sich hart erarbeiten mussten ̶ und die den Wunsch hatten, ihre Ideale weiterzugeben und alle zu unterstützen, die mit ihrem Besten dazu beitragen können und wollen, den Austausch über die Grenzen und Kulturen hinweg zu stärken.
Christian Helmer Jørgensen hat in seiner Autobiographie »Mit Ragnarok« (Mein Ragnarök) von seinen Erfahrungen in den deutschen Konzentrationslagern berichtet – und die liefen gerade nicht darauf hinaus, zukünftig den gleichen Weg einzuschlagen: »Wir hatten keinen Grund, den einzelnen Deutschen oder die deutsche Nation zu verachten. Tief in unserer Seele nagte ein starker Zweifel, ob Entsprechendes nicht auch in unserer eigenen Gesellschaft hätte passieren können.«
Er entwickelte die humanitäre Lebensanschauung, die heute die Grundlage des Fonds ist: »In Buchenwald waren wir alle der Auffassung, dass einem fanatischen Nationalgefühl wie das, deren Zeugen wir waren, nur durch eine seriöse Zusammenarbeit auf internationalem Niveau entgegengetreten werden kann, und dass in allen Ländern für eine Öffnung der Grenzen gekämpft werden muss.«
Es ist die Mission des Fonds, die Aufhebung der Grenzen zwischen Ländern, zwischen Kulturen und Bevölkerungsgruppen zu unterstützen – zwischen »uns« und »denen« – und zu einer Welt beizutragen, die Menschen mit einbezieht, und die nicht nur auf der menschlichen Gemeinschaft aufbaut, sondern auch auf der Natur und jenseits aller Grenzen unseren Umgang mit ihr.
Die multikulturelle Gesellschaft und Mitbürgerschaft – Ausbildung und Integrationsinitiativen, Kunst und humanitäre Organisationen: Die Weißen Busse fahren weiter, und niemand soll ausgeschlossen bleiben – unabhängig von sozialem Hintergrund und Nationalität.
Das ist die Grundlage von Sportgoodsfonden – und die Basis der Projekte, die wir unterstützen. Einige dieser Projekte werden hier vorgestellt.
ein Buch über Chr. Helmer Jørgensen und Adidas in Dänemark
Chr. Helmer Jørgensens Erinnerungen an seine Zeit in den Konzentrationslagern
Sportgoodsfonden
Lassen Ricard
Amaliegade 31
1256 København K
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