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Musik ohne Grenzen

- Unser Russland, ihr Dänemark

Während der Haft in den deutschen Konzentrationslagern erlebte Christian Helmer Jørgensen, der Stifter von Sportgoodsfonden, wie der Krieg zwischen den Ländern außerhalb der Lager aufgrund der gemeinsamen Situation innerhalb der Lager zu einer Verbrüderung der Menschen führte – unabhängig von ihrem nationalen, kulturellen und sozialem Hintergrund.

Die skandinavischen Gefangenen erhielten Hilfspakete vom Roten Kreuz, die für das Überleben entscheidend waren, dennoch teilte Christian Helmer Jørgensen seine Lebensmittelrationen mit seinen Mithäftlingen. Besonders entsetzte ihn die brutale Behandlung, der nicht zuletzt die russischen Gefangenen ausgesetzt waren. In seinem Buch »Mit Ragnarok« schreibt er: »Als ich nach Wittenberg kam, wurde mir ein Schmuckkästchen angeboten, das ein großer, gutmütiger Russe aus Stroh geflochten hatte. Die hier erwähnten Gegenstände sind noch immer im Besitz meiner Familie – schlicht und nur von nostalgischem Wert. Eigentlich ist es unglaublich, dass es gelang, diese Dinge heil nach Hause zu bringen.«

Der Austausch zwischen einigen Lebensmitteln – oder Tabak und Schokolade – und einem geflochtenen Schmuckkästchen verband die Häftlinge in einer Gemeinschaft, die den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten konnte.

In diesem Geist und mit diesem Ziel unterstützte Sportgoodsfonden 2018 den Austausch junger Musiker und Musikstudierender zwischen Dänemark und Russland. Damit sie sich jenseits von Politik und Ideologien auf dem Gebiet treffen und Bande knüpfen konnten, das am meisten zum Aufbau von Gemeinschaft beiträgt: der Musik.

Die dänischen Musikerinnen und Musiker wurden am Konservatorium in Moskaus unterrichtet, wo das Jugendorchester DUEN (Die Taube) zusammen mit jungen russischen Musikern Konzerte aufführte. Das Ippolitov-Ivanov Ensemble aus Russland trat mit den dänischen Musikern im Konzertsaal des Dänischen Rundfunks und beim Kulturfestival auf Mors auf. Und sie erhoben und verbeugten sich mit dem gleichen Gefühl der Freude und des Einklangs wie das Publikum.

Nichts ist so wie die Musik in der Lage, Brücken zu bauen, internationales, zwischenmenschliches Verständnis herbeizuführen und Menschen zu verbinden. Und wenn dies früh im Leben geschieht, kommt es zu einer Verbrüderung zwischen Ländern und Kulturen – in dem gemeinsamen Erleben, dass wir die gleichen Gefühle, die gleichen Freuden, die gleiche Furcht und die gleiche Hoffnung für die Zukunft teilen.

Der russische Botschafter Wladimir Barbin schrieb Sportgoodsfonden anschließend: »I would like to use this opportunity to thank the Sportgoodsfoundation to promote better knowledge and understanding between Danes and Russians through art and music projects.«

Gegenseitige Anerkennung und Verständnis sind Wege zu einem friedlichen Europa – und genau das ist es, was Sportgoodsfonden möchte, was er unterstützt und wofür er arbeitet. Sodass wir alle heil nach Hause kommen.

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