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Käthe Kollwitz

- Opfer des Krieges

»Die Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden«
1941

Sportgoodsfonden initiierte und finanzierte die große Sonderausstellung des Staatlichen Kunstmuseums über Käthe Kollwitz.

1867 geboren, war Käthe Kollwitz ebenso wie der Rest von Europa vom herrschenden vehementen Nationalismus fasziniert. »In den Krieg zu ziehen und für etwas sterben, das größer ist als man selbst ̶ nämlich das Vaterland, und damit moralisch gereinigt werden«, wie Thomas Mann es formulierte. Sie erlaubte ihrem siebzehnjährigen Sohn Peter, der ebenfalls vom Geist des Nationalismus gepackt war, als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Er fiel.

Danach weihte Käthe Kollwitz ihre Kunst den Opfern des Krieges und der Forderung »Nie wieder Krieg«.

Ihr letztes Werk »Die Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden« entstand im Dezember 1941 und handelt vom Krieg. In ihrem Tagebuch schreibt Käthe Kollwitz zum Hintergrund dieses Kunstwerks, unter anderem mit einem Zitat aus dem Lehrbrief in Goethes »Wilhelm Meister Wanderjahre«: »Dies ist nun einmal mein Testament: Ich zeichnete noch einmal dasselbe. Jungen, richtige Berliner Jungen, die wie junge Pferde gierig nach draußen wittern, werden von einer Frau zurückgehalten. Die Frau (eine alte Frau) hat die Jungen unter sich und ihrem Mantel gebracht, gewaltsam und beherrschend spreitet sie ihre Arme und Hände über die Jungen. „Die Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden.“ ̶ diese Forderung ist wie „Nie wieder Krieg“ kein sehnsüchtiger Wunsch, sondern Gebot. Forderung.«

Das Volk »Das Volk«
Die Mutter beschützt ihr Kind gegen das »Volk«, das von ihr verlangt, dass das Kind in den Krieg zieht. Aus der Serie »Krieg«, 1922.

Die Freiwilligen »Die Freiwilligen«
Die Person, die sich an den »Tod« lehnt, ist Käthe Kollwitz´ Sohn Peter. Aus der Serie »Krieg«, 1922.

Im Kampf gefallen »Im Kampf gefallen«


Nie wieder Krieg »Nie wieder Krieg«
Plakat für Anti-Kriegsdemonstrationen 1924 ̶ zum 10. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs.

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