Ehrenpreis an den Rektor des Nyborg Gymnasiums
Es erfordert aufgeklärte und engagierte Bürger, um unseren Rechtsstaat zu erhalten. Und ein einzelner Mensch mit Mut und Tatkraft kann behördlicher Willkür eine Grenze setzen – und Unrecht und Ungerechtigkeit gegenüber ausgegrenzten Gruppen in der Gesellschaft beenden. Das hat Henrik Vestergaard Stokholm, der Rektor des Nyborg Gymnasiums, bewiesen.
Im Dezember 2018 beschloss die Stadt Nyborg, dass zwei Mädchen aus Somalia nicht mehr auf das Nyborg Gymnasium gehen dürften, weil eine Entscheidung der Ausländerbehörde ihnen das Aufenthaltsrecht in Dänemark aberkannt hatte – gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass man ihren Unterricht nicht länger finanzieren würde.
Die beiden Mädchen gaben ihre Schulbücher zurück und waren kurz davor, die 10. Klasse zu verlassen, doch Rektor Henrik Vestergaard Stokholm griff ein: »Ich fand, dass diese Menschen auf eine unwürdige und unmenschliche Art und Weise behandelt wurden.« Er widersetzte sich dem Beschluss der Gemeinde – und ließ die Mädchen weiterhin zum Unterricht zu, der aus eigenen Mitteln der Schule finanziert wurde.
Henrik Vestergaard Stokholm folgte nicht nur seiner eigenen Überzeugung und humanistischen Werten. Er stand auch auf dem Boden des Paragraphen 76 des dänischen Grundgesetzes über die Unterrichtspflicht, der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, in der festgehalten wird, dass jeder Mensch das Recht auf kostenlosen und obligatorischen Unterricht hat. Er erinnerte an das wichtigste Wort: jeder.
Der Kultusminister musste anschließend erklären, der Rektor habe nicht gegen das Gesetz verstoßen. Das hatte er in der Tat nicht. Im Gegenteil, er hatte das Gesetz befolgt, das die Behörden brechen wollten, und war seinem moralischen Kompass gefolgt, der die Menschenwürde über kommunale Eigenmächtigkeit stellte.
Sportgoodsfonden verlieh Henrik Vestergaard Stokholm den Ehrenpreis als Unterstützung während des Verfahrens und würdigte seinen Einsatz, den Respekt vor Menschenrechten, den grundlegenden Freiheiten und den Chancen für alle in der Gesellschaft zu stärken. Es ist auch die Basis unserer Werte – und setzt voraus, dass Kinder und Jugendlich darüber aufgeklärt werden, indem sie Unterricht erhalten.