4

Das Hexenmuseum in Ribe

- Nie wieder Hexenjagd

Deutschland hat kürzlich mit rückwirkender Kraft die Menschen freigesprochen, die in den Hexenprozessen verurteilt und auf Scheiterhaufen verbrannt wurden. Nicht nur, um diejenigen zu rehabilitieren, die in der Vergangenheit verfolgt wurden, sondern auch, um uns an die Ausgrenzung von Sündenböcken in der Gegenwart zu erinnern – und um zu verhindern, dass dies in der Zukunft geschieht.

Dies ist auch die Absicht mit dem »Museum for forfølgelse af Hekse« (Museum der Hexenverfolgung) in Ribe und der Grund, warum Sportgoodsfonden sich als Erster aktiv beteiligte und die Einrichtung des Museums unterstützte.

Das Museum vermittelt eine kritisch aufklärerische Perspektive dieser historischen Periode in Dänemark – und dem restlichen Europa –, in der in unserer Gesellschaft Kriege, Epidemien und religiöser Fanatismus herrschte. Dies wurde vom König und der Kirche gesteuert, die ihre Macht nutzten, um in einem Prozess der Ausgrenzung gegen unschuldige Menschen vorzugehen, bei dem sie als »Abweichler« von der herrschenden Ordnung stigmatisiert wurden: von Königstreue und Gottesfurcht.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert breitete sich das sogenannten »Hexenfieber« aus. Kirche und König unterstützten die dänische Hexenausrottung nach der Verordnung von König Christian IV. aus dem Jahr 1617, die auf der buchstabengetreuen Auslegung der Bibelübersetzung Martin Luthers beruhte. Der König hielt darin fest, dass manche Menschen vom Teufel besessen waren und vernichtet werden müssten – und die Annäherung an Gott über den König verlief, der die Aufgabe hatte, die Forderungen der Bibel durchzusetzen.

In Dänemark wurden zwischen 1541 und 1693 etwa eintausend wegen Hexerei verurteilte Menschen auf Scheiterhaufen verbrannt, Frauen und Männer. Nicht zuletzt im damaligen Zentrum Ribe – und das Hexenmuseum im historischen Stadtkern gibt einen Einblick in die tatsächlichen Prozesse, stellt aber auch die große Frage: Wie konnte das passieren?

Noch immer schützen wir beim Mittsommerfest unsere Küsten mit Scheiterhaufen und grenzen uns nach außen »mit dem Schwert in der Hand« ab – und nach innen mit Feindbildern, bei denen »jede Stadt ihre Hexe und jeder Sprengel seine Trolle« hat, wie es im Mittsommer-Lied heißt.

Es ist höchste Zeit, dass wir nicht mehr ohne nachzudenken im Chor mitsingen, um nationale Gemeinschaft durch Exklusion zu schaffen – und Sportgoodsfonden will dazu beitragen, die Feindbilder einzureißen und allen Menschen Respekt zu verschaffen. Sonst endet es damit, dass wir selbst verbrannt werden.

Loading

Thanks for your patience